Unsere Veranstaltungen in 2020


Ein Vortrag von Dr. Wolfgang Kessler

 

Stellen wir uns mal vor, den Waffenhändlern, Ausbeutern und Umweltzerstörern würde weltweit
das Geld ausgehen, weil wir es nur noch für Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit angelegen.


Leider wird dieser Traum nicht schnell in Erfüllung gehen. Dass es dennoch viele Möglichkeiten gibt, die eigenen Ersparnisse fair und umweltschonend anzulegen, schildert der Ökonom und Finanzjournalist Wolfgang Kessler an diesem Abend. Dabei zeigt er auch auf, welche Fallstricke es gibt und worauf Anleger/innen achten müssen, damit auch „fair und nachhaltig“ drin ist, wo „fair und nachhaltig“ draufsteht.


Im Anschluss an den Vortrag laden wir zur Diskussion bei einem Glas Wein ein. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Eine Kooperative mit der Leserinitiative Publik-Forum

Interview mit Dr. Wolfgang Kessler

 

Seit gut einem Jahr ist Wolfgang Kessler im Weltladen Bad Nauheim aktiv. Davor war er als Publizist, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler meist als Journalist tätig und betrieb ein eigenes Pressebüro für verschiedene Tageszeitungen und Rundfunkanstalten. Von 1999 bis 2019 war er Chefredakteur der unabhängigen christlichen Zeitschrift "Publik-Forum". 2019 erschien sein Buch "Die Kunst, den Kapitalismus zu verändern" im Publik-Forum-Verlag. Am 14. November wird er mit dem Walter Dirks Preis für sein publizistisches Wirken für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung ausgezeichnet.

 

Ich, Gerd Joachim [stellv. Vorsitzender von Bad Nauheim - fair wandeln e.V. und im Bildungsteam aktiv], treffe Wolfgang im Weltladen, in dem er an diesem Mittwoch in seiner Ladenschicht mit einer Kollegin tätig ist und Zeit hat, dieses Interview zu führen:

Meine Frage (GJ): Wolfgang, warum engagierst Du Dich im Weltladen Bad Nauheim?

Wolfgang Kessler (WK): Wir müssen zugeben, dass unser hoher Lebensstandard auch durch die Ausbeutung von Menschen in anderen Teilen der Welt und durch die Zerstörung der Umwelterkauft wird. Deshalb engagiere ich mich für einen gerechteren Handel. Er schafft den Produzenten auf der Südhalbkugel eine sichere Lebensgrundlage. Und die Chance, positive Entwicklungen in ihrem Umfeld anzustoßen. Zusätzlich macht es auch einfach Spaß, mit anderen zusammen fair und nachhaltig hergestellte Produkte in einem schönen Weltladen wie dem in Bad Nauheim zu verkaufen. Für mich ist Engagement nicht nur als Pflicht, es muss auch Spaß machen.

 

GJ: Hat die Corona-Krise Deine Sicht auf die Welt verändert?

WK: Zunächst zieht ein tödliches Virus durch die Welt, das allen Angst macht, mir natürlich auch. Es verändert unseren so wir uns das wohl niemals vorstellen konnten. Politisch kann man die Krise auch als Weckruf an die Menschheit deuten, mit Natur und Umwelt anders umzugehen. Denn Viren wie das Coronavirus haben im Dschungel Tiere infiziert. Dann kommt der Mensch und nun ergibt sich die Möglichkeit, dass die Erreger auf Nutztiere überspringen. Und genau das genau passiert seit Jahrzehnten. Dazu kommt, wir arbeiten und reisen immer schneller und weiter. Also wird es Zeit, unsere Art zu leben und wirtschaften zu überdenken. Oder um es mit Entwicklungshilfe-Minister Gerd Müller von der CSU zu sagen: „Der Immer Weiter-Schneller-Mehr-Kapitalismus muss aufhören“.

 

GJ: Wird die Corona-Krise etwas bewirken?

WK: Möglicherweise schon. Nach meiner Beobachtung sind viele Menschen im Alltag achtsamer geworden. In vielen Familien wird mehr Zeit gemeinsam verbracht. Daraus kann sich insgesamt eine andere Lebensweise entwickeln: auf einander Rücksicht nehmen. Dazu auch mehr Aufmerksamkeit und Interesse an gesundheitlichen Fragen, der Mobilität und den Urlaubszielen. Und für uns wichtig: Mehr Menschen fragen, woher die Produkte in den Läden kommen und unter welchen Bedingungen sie produziert wurden. Im Weltladen erhalten sie Antworten auf diese Fragen.

 

GJ: Was müsste anders gemacht werden?

WK: Die Politik müsste die Regeln zugunsten einer fairen und nachhaltigen Produktion verändern. Es kann nicht sein, dass eine kleine Minderheit kritischer Konsumenten teure Öko-Produkte kauft, während die Politik billiges Fleisch fördert, das nur so billig ist, weil die Tiere brutal gehalten, mit Gensoja gefüttert und unter gesundheitswidrigsten Verhältnissen geschlachtet werden. Zusätzlich holzt Brasilien Urwälder am Amazonas ab, damit hier das dort produzierte Soja verfüttert werden kann. Es kann genauso wenig sein, dass Kaffee- oder Kakaobohnen, für die Saisonarbeiter auf Plantagen zu Hungerlöhnen schuften müssen, genauso zollfrei in die Europäische Union eingeführt werden können wie der fair und nachhaltig produzierte Kaffee, den wir im Weltladen anbieten.

 

GJ: Welche Regeln könnte die Politik rasch auf den Weg bringen, um Fairness zu fördern?

WK: Da kann ich konkret zwei Beispiele nennen: Die Kaffeesteuer auf Fair Trade Kaffee abschaffen oder generell die Mehrwertsteuer für Waren mit einem fairen Siegel dauerhaft senken.

 

GJ: Müsste nicht auch unser Geld viel fairer und nachhaltiger angelegt werden?

WK: Natürlich. Und es gibt dafür viele Möglichkeiten, zumal die Politik im Bereich der Geldanlage gerade die Regeln zugunsten nachhaltiger Anlagechancen ändert. Es gibt viele, die fragen. „Wie kann ich mein Geld fair und nachhaltig anlegen, ohne auf Tricks reinzufallen?“ Den oder die lade ich zu meinem Vortrag am Montag, den 7. September um 19:30 Uhr in der Wilhelmskirche ein. Nach dem Vortrag wissen Sie, wie es geht.

GJ: Wolfgang, herzlichen Dank für dieses Interview.

Fashion Workshop

ein Angebot für Jugendliche mit Ann Neudek, Diplom-Modedesignerin und Markenmanagerin.

Alles rund um die Fragen: wie entsteht Mode, was bedeutet sie und wie ihre Zukunft aussieht.


Nähere Infos zu dieser Kooperationsveranstaltung von Bad Nauheim – fair wandeln e.V. und der
Evangelischen Kirchengemeinde Bad Nauheim können per Mail reitz@ev-kirche-bn.de oder
telefonisch unter 06032-713445 angefragt werden.

 

Anmeldeschluss ist der 11.03.2020 und die Teilnahme ist kostenfrei.

Schokofahrt Wetterau

Am Samstag, 15. Februar findet eine Infoveranstaltung zu der im April geplanten Fahrradfahrt nach Amsterdam.

Bernd Hallmann fährt mit seinem Lastenfahrrad von Bad Nauheim nach Amsterdam und bringt zurück eine faire und emissionsfreie Schokolade. Er und Sabine Becker-Gräfe vom Verein Bad Nauheim - fair wandeln e.V. berichten über die anstehende Fahrt, aber auch über eine nachhaltige und CO2-neutrale Mobilität.

 

Kommen auch Sie als SchokoladenliebhaberIn, HobbysportlerInnen oder am Fairen Handel und Nachhaltigkeit Interessierte vorbei. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!